Triberg - Zum zweiten Mal in seiner bis jetzt zweieinhalb Jahre währenden Amtszeit stattete der Chef des Freiburger Regierungspräsidiums der Stadt Triberg einen Besuch ab. Die äußeren Zeichen glichen sich.
Eintrag ins Goldene Buch, Besichtigung des Bühleareals, Gespräche mit den Vertretern der Gemeinderatsfraktionen. Aber es gab auch Unterschiede: Von den vor 24 Monaten angekündigten Veränderungen in der Industriebrache war nichts verwirklicht. Lediglich auf einen sehr provisorischen Parkplatz konnt Bürgermeister Gallus Strobel vom Aussichtspunkt aus zeigen. Auch die Rolle der Stadt Triberg hat sich geändert, ist sie doch mittlerweile Alleingesellschafterin der entsprechenden Aktiengesellschaft geworden.
Regierungspräsident Julian Würtenberger nahm dann auch kein Blatt vor den Mund, als es um die Entwicklung des Projekts Erlebniswelt ging: Er sei „schon ein bißchen traurig" gewesen, als er gehört habe, dass die Privatinvestoren ausstiegen. Aber heute Vormittag habe er von den anwesenden Vetretern der Rathausparteien sogar gehört, dass man dies in Triberg „auch positiv" sehe, weil man „die Dinge wieder selber in der Hand hat und selber gestalten kann." Würtenberger machte im Gespräch mit der Presse klar, dass eine Stadt wie Triberg nicht von der Ansiedlung einiger Unternehmen leben kann, sondern wegen seiner natürlichen Ressourcen auf den Tourismus als wichtigsten Wirtschaftsfaktor angewiesen ist. Der gesamte Schwarzwald und insbesondere die Region um Triberg brauche spektakuläre Projekte, die wie „Leuchttürme" wirkten und Anziehungskraft auf Touristen ausübten.
Als Beispiel nannte der Chef der Freiburger Mittelbehörde den Triberger Weihnachtszauber. Durch Veranstaltungen wie diese sei es gelungen, mehr Menschen nach Triberg zu locken und „Einnahmen zu generieren", auf die die Region dringend angewiesen sei. „Natur allein reicht nicht" formulierte Julian Würtenberger nahezu wortgleich wie bei seinem Besuch vor zwei Jahren, als er die ehemaligen Investoren Günther Möckesch und Thomas Weisser lobte und das Zusammenwirken von privatem Engagement und staatlicher Unterstützung als Zukunftsmodell für Triberg herausstrich. Dabei gilt nach den Worten des Regierungspräsidenten auch heute noch die Erkenntnis, dass man „nur mit Mut und Ideen" in der Lage sei, etwas zu bewegen. Würtenberger erinnerte daran, dass zufällig am heutigen Mittwoch in Titsee-Neustadt das Richtfest für das 30 Millionen Euro teure Badeparadies in Titisee-Neustadt gefeiert wird, das ein Friechshafener Unternehmer maßgeblich mitfinanziert. Nach dessen Realisierung werde der gesamte Schwarzwald davon profitieren. Auch Triberg sei ja nicht allzu weit davon entfernt.
Besprochen hatten Würtenberger mit Klaus Wangler (CDU), Klaus Nagel (FWV), Hans-Peter Schondelmaier (SPD), Rudi Allgeier und den Ortsvorstehern Reinhard Strorz und Hettich auch die anstehende Sanierung der Unterstadt, wo marode Bausubstanz ersetzt werden müsse. Hier sagte er Unterstützung durch die Mittelbehörde zu. „Vielversprechend" nannte er den entstehenden Boulevard, Minuten später, bei der Begehung der Baustelle und beim Marsch zu den Wasserfällen wurde dem obersten Behördenchef auf die drastisch möglichste Art vor Augen geführt, wie Busse in der gegenwärtigen Situation Gefahrenherde bilden und Verkehr blockieren: Den Aufgang zum Wasserfall hatte ein besonders großes Exemplar praktisch versperrt, der direkt vor dem Aufgang parkte.
Kopfschüttelnd nahmen Regierungspräsident, Bürgermeister und Stadträte die Situation zur Kenntnis, während sie sich dünn machen mussten, um an dem Gefährt vorbeizukommen. Gallus Strobel verwies darauf, dass hier schon einige Strafzettel ausgeteilt worden sind.
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